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“Erfolgreich recherchieren: Linguistik”

Nach dem Band “Erfolgreich recherchieren: Germanistik” ist nun bei DeGruyter auch der Band zur Linguistik vom gleichen Verfasser erschienen.

Von meinen Anmerkungen zum Germanistik-Band gelten für den Linguistik-Band analog die folgenden Punkte:

  • Bezeichnung der drei Abschnitte
  • Bezeichnung OPACfür den heute „normalen“ elektronischen Bibliothekskatalog
  • Übersetzung von drill-down als „Bohrung“
  • QR-Code zu klein
  • RSS-Feeds erwähnt aber nicht weiter erläutert
  • Open-Access erwähnt aber nicht weiter erläutert
  • Hinweis auf’s Verstehen des Zustandekommens von Trefferlisten
  • Suche in Klassifikationen
  • Goldkörnchen
  • Behandlung der Wikipedia

Ergänzend einige weitere Anmerkungen:

Auch diesem Band wünsche ich, daß er vielen Studierenden sprachwissenschaftlicher Fächer eine Hilfe ist – und daß er regelmäßig überarbeitet und aktualisiert wird.
Wobei zu überlegen wäre, ob, wie eine ULB-Kollegin im Gespräch darüber anmerkte, das gedruckte Buch für Werke dieser Art heutzutage noch die richtige Publikationsform ist.
Aber sie ist auf jeden Fall auch heute noch ein guter Anfang für den Einstieg in das Thema Recherchieren.

„Erfolgreich recherchieren: Germanistik“

Der Verlag De Gruyter hat mir freundlicherweise ein Dozenten-Exemplar des Germanistik-Bandes der neuen Reihe „Erfolgreich recherchieren“ zur Verfügung gestellt.
Zeitlich kommt das ganz passend: Ich habe vor kurzem die ULB-„Fach im Fokus“-Seite zur Germanistik überarbeitet und bin daher grad „drin im Thema“.

Ich will hier keine ausführliche Rezension verfassen, da ich nicht genug andere Ratgeber dieser Art kenne, um Vergleiche anstellen und den DeGruyter-Band in die „Recherche-Ratgeber-Landschaft“ einordnen zu können.
Ein paar Gedanken, die mir während der Lektüre kamen, seien hier aber festgehalten.

  • Die Bezeichnung der drei Abschnitte des Buches, „Basics, Advanced, Informationen weiterverarbeiten“, erscheint mir etwas inhomogen. Was „triadischeres“ fällt mir aber auf die Schnelle auch nicht ein.
  • Ist die Bezeichnung OPAC für Bibliothekskataloge wirklich noch aktuell? Die Abgrenzung Zettelkatalogelektronischer (Online-)Katalog, für die OPAC genutzt wurde, hat sich ja mittlerweile dahin verschoben, daß nicht mehr die elektronische, sondern die analoge Variante markiert wird (Katalog vs. Zettelkatalog).
    Vielleicht rührt mein Empfinden nur daher, daß wir in der ULB Münster schon vor Jahren OPAC durch ULB-Katalog ersetzt haben; ich finde aber, daß OPAC heutzutage ein vermeidbares Akronym ist.
  • Einige Abbildungen (keine Screenshots) (z.B. auf Seite 3 oder Seite 36) zeigen JPG-Artefakte oder andere Unschärfen. Sowas darf in einem Buch des Jahrgangs 2012, das zudem in einem renommierten Verlag erscheint, meiner Meinung nach nicht passieren.
  • Drill-down wird mit ‚Bohrung‘ übersetzt und die Nutzung von Drill-Down-Funktionen als „“Bohrung“ nach den relevantesten Treffern“. Hm. Finde ich nicht ganz überzeugend. Wo ist z.B. das Element down hin? Ich finde Übertragungen wie filtern oder eingrenzen passender.
  • Mich persönlich freut es natürlich, auf Seite 7 einen QR-Code zu entdecken. 🙂 Allerdings ist seine Größe recht knapp bemessen, sodaß nicht alle Reader-Apps ihn auslesen können.
  • Beim Thema Alert-Dienste werden RSS-Feeds zwar erwähnt, aber nicht näher erläutert (auch später im Buch nicht). Da aber RSS-Feeds leider noch nicht zum Allgemeinwissen von Studierenden und Lehrenden gehören, wäre eine kurze Erklärung mit Anwendungsbeispielen sinnvoll gewesen.
  • Den Hinweis auf Dandelon hat mir diese nette Suchmaschine wieder in Erinnerung gerufen, und ich habe sie gleich bei den Linktipps auf meinen Fachinformationsseiten ergänzt. 🙂
  • Bei den bibliographischen Datenbanken hätte ich nicht die MLA als erstes angeführt, sondern sie erst nach BDSL, BLL(DB) und Gemanistik (Online) gesetzt. Aber das ist vermutlich Geschmackssache; solange alle vier auftauchen ist die Reihenfolge wohl nachrangig.
  • Bei der BDSL hätte man bei der Erläuterung der Systematik noch erwähnen können, daß man einzelne Klassen per RSS-Feed abonnieren kann und darüber benachrichtigt wird, wenn es Neuzugänge in der jeweiligen Klasse gibt. (By the way: Ich hoffe, daß diese Funktionalität auch in der BLL noch nachgerüstet wird.)
  • Gut gefällt mir im Kapitel „Tipps für die Recherche in Datenbanken“ der Hinweis „Versuchen Sie immer zu verstehen, weshalb Sie zu den angezeigten Treffern gekommen sind“. Da denken viele nämlich nicht drüber nach.
  • Sehr schön auch das Kapitel zur Suche in Klassifikationen, was ja leider auch ein viel zu unbekanntes Gebiet ist. [Und das sage ich nicht nur, weil ich mich gerade mit Aufstellungssystematiken beschäftige. :)]
    Allerdings hätte ich einen etwas aussagekräftigeren Screenshot als den kleinen Ausschnitt aus MelvilSearch verwendet.
  • Wichtig auch der Tipp, passende Treffer (Gantert nennt sie Goldkörnchen) zum Ausgangspunkt weiterer Recherchen zu machen. Allerdings könnte es sein, daß dieser im Systematik-Kapitel „versteckte“ Hinweis nicht die Aufmerksamkeit erhält, die ihm zustünde.
  • Aus dem gleichen Grund hätte ich die schön kompakten abschließenden Hinweise zu den vorgestellten Suchinstrumenten und ihren Besonderheiten in ein gesondertes Kapitel à la „Fazit“ odersowasähnliches gesetzt und nicht an das Klassifikationskapitel „drangehängt“.
  • Zwar wird beim Thema Zeitschriften das DOAJ erwähnt, aber was es mit Open Access auf sich hat, wird weder hier noch auf der im Register angegebenen Seite 65 erläutert. Das wäre aber notwendig, denn wie RSS-Feeds ist auch Open Access nicht jedem Germanisten bzw. Germanistik-Studierenden bekannt. (Und Open Access ist für die Wissenschaft noch wichtiger als RSS-Feeds.)
  • Erfreulich zu sehen, daß im Kapitel zu elektronischen Nachschlagewerken auch die Wikipedia erwähnt und fürs Zitieren der Hinweis auf das Abrufdatum gegeben wird. Ich würde ergänzend immer empfehlen, auch die Uhrzeit zu vermerken (Artikel können sich ja quasi minütlich ändern) und als Adresse den Permanenten Link (unter „Werkzeuge“ in der Navigation links) zu nutzen.
  • Bei den Wörterbüchern wird das Wiktionary erwähnt. Sehr schön!
  • Und auch Linkresolver werden an verschiedenen Stellen im Buch angesprochen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Erläuterungen dazu für jemanden, der damit bislang noch nichts zu tun hatte, ausreichen, aber immerhin ist ein Anfang gemacht.
  • Gibt es bei der Fernleihe wirklich keine Benachrichtigung, wenn eine „Nichterfüllbarkeit des Bestellwunschs“ vorliegt? (Ist mir schon länger nicht mehr passiert, daher weiß ich das nicht.)
  • Bei „E-Books-on-Demand“ könnte man drüber reden, aber Dokumentenlieferdienste würde ich nicht als „neue Form der überregionalen Litearturversorgung“ bezeichnen.
  • Was man noch ergänzen könnte: Mailinglisten (auf die Liste H-Germanistik wird zwar am Ende des Kapitels zur ViFa GiN kurz hingewiesen, aber das wars dann auch schon), weitere Web-2.0-Aspekte wie Wikis jenseits der Wikipedia oder Twitter, PaperC.
  • Beim Thema Zitieren wird die „amerikanische Zitierweise“ (wie lange sich diese Bezeichnung wohl noch halten wird?) mit Kurzbelegen à la „Müller 1995, S. 23“ immerhin erwähnt, wenn auch eingeschränkt: „In Deutschland werden sie vor allem bei der sprachwissenschaftlichen Forschungsliteratur verwendet.“ Direkt danach folgt dann: „In Deutschland ist die Fußnote die klassische Methode, um von einem Zitat im Text auf das verwendete Originaldokument zu verweisen.“ Hm. Man ist versucht, den Literaturwissenschaftlern zuzurufen: „Traut euch! Die Kurzzitierweise tut nicht weh, und sie ist handlicher als das Fußnotengewusel! Und man kann sogar das „S.“ weglassen und „Müller 1995:23″ setzen, dann wirds noch handlicher!“ 🙂
  • Statt ein eigenes Glossar zu erstellen, wird auf das unter www.informationskompetenz.de verwiesen. Gute Idee.
  • Ein kleines Detail: Ich hätte bei den Verweisen auf andere Kapitel das „siehe unten“ und „siehe oben“ weggelassen. Zum einen finde ich es aufgrund der häufigen Verweise etwas „viel“, zum anderen können dadurch unnötige Fehler wie „s. u. S. 5“ auf Seite 33 entstehen.
  • Die Gestaltung des Bandes finde ich ansprechend. Die Marginalien sorgen für Übersichtlichkeit, hätten aber angesichts des großen Seitenrandes außen durchaus noch größer ausfallen können; einige Logos hätten dann etwas größer und damit besser erkenbar dargestellt werden können. (Vielleicht ist der große Seitenrand als „Raum für Notizen“ gedacht, aber ich glaube nicht, daß in Büchern dieser Art viel notiert wird.)
  • Alles in allem gefällt mir der Band gut und ich hoffe, daß er vielen Germanistik-Studierenden eine Hilfe sein wird.
    Und daß er regelmäßig überarbeitet und aktualisiert wird! 🙂

    Zu guter Letzt sei hier noch ein Auszug aus dem gleichnamigen letzten Kapitel des Buches wiedergegeben, das das Motto, das dem Vorwort vorangestellt ist, wieder aufgreift und an die Entdeckerfreude der Leser appelliert:

    Findet, so werdet ihr suchen„. Mit diesem Zitat, das Achim von Arnim den Brüdern Grimm 1808 ins Stammbuch schrieb, beginnt dieses Buch. Sehr pointiert drückt diese Umkehrung der bekannten Stelle des Matthäus-Evangliums (7,7) aus, was erfolgreiches Recherchieren im wissenschaftlichen Kontext sein kann. Erfolgreiches Recherchieren kann den Weg öffnen zu neuen Fraegn und Erkenntnissen, zu neuen Querverbindungen und Perspektiven. Und gute Rechercheergebnisse wecken das Interesse an neuen Recherchen, neuen Suchstrategien und unbekannten Informationsressourcen.

    [Gantert, Klaus (2012): Erfolgreich recherchieren: Germanistik. Berlin/Boston: de Gruyter. (= Erfolgreich Recherchieren.) S. [108].]

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

feeds online lesen

das letzte gelesene-feeds-abgleich-gewiggel hat mir gereicht: ich bin jetzt zu einem online-feedreader gewechselt.

vor einiger zeit hatte ich mit feedreader angefangen, 2005 bin ich zu greatnews gewechselt und im letzten sommer zum rss-bandit.
vor weihnachten dann neben anderen urlaubs-vorbereitungen: die aktuelle feedliste als opml-datei exportieren und zu hause in den feedreader importieren.
soweit kein problem, aber: der reader zu hause holt sich einfach alle noch erreichbaren rss-einträge, unabhängig davon, was ich schon gelesen hatte und was nicht. das macht die sache zum einen bei einem „lesestart“ (z.b. zu beginn eines urlaubs zu hause und bei ende des urlaubs im ulb-büro) immer ziemlich aufwendig; zum anderen habe ich mich in diesem urlaub ans surfen auf’m sofa (dank netbook und wlan-fähigem router) gewöhnt, und da wäre es natürlich auch nett, auf die feeds zugreifen zu können. dazu kommen ab märz meine malis-bedingten touren nach köln, wo es ja hoffentlich auch internet geben wird und zwischendurch vielleicht auch zeit fürs feeds-lesen.

ich hatte noch einen account bei bloglines und hab mich daher heute mittag zunächst mal damit befaßt, aber die bedienung gefiel mir nicht sonderlich.

dann mal den google reader ausprobiert – und dabei werde ich jetzt erstmal bleiben.
relativ übersichtlich, und die bedienung v.a. im hinblick auf „als gelesen markieren“ finde ich gut.
es gibt zwar einige lästige kann-das-programm-nicht-details, aber die lassen sich umgehen:
– passwortgeschützte links lassen sich via freemyfeed einbauen (vgl. z.b. hier), und
– ordnerumbenennungen lassen sich via anlegen eines neuen ordners mit dem gewünschten namen und „umhängen“ der feeds durchführen (vgl. z.b. hier).

was ich noch nicht ganz verstanden habe ist das mit den „öffentlichen seiten„. man kann für empfohlene artikel und für als öffentlich markierte ordner jeweils öffentliche seiten machen, aber sowas wie eine übersichtsseite für empfehlungen und freigegebene ordner scheint es nicht zu geben (oder ich hab sie noch nicht gefunden).

aber auch ohne so eine seite wird für mich ab heute das feeds-lesen von verschiedenen rechnern aus sehr viel einfacher. 🙂

es geht doch nichts über liebe kollegen!

da ja die nächste promotionsfeier meines fachbereichs im juni 2010 ist, habe ich gestern bei der abgabe meiner pflichtexemplare darum gebeten, mir die urkunde vorab beim dekan abholen zu können. dann gibt’s zwar für mich keine feier mehr und die „was für’s herz und für die stiefomi und so“-komponente entfällt, aber auf die urkunde fast ein jahr nach der prüfung zu warten wollte ich dann doch nicht.

als ich gestern nach der tour zum prüfungsamt und einer besprechung wieder am schreibtisch saß, hatten meine kollegen auf einmal einen blumenstrauß, ein teelicht und zwei päckchen für mich in der hand. mein einwand, ich hätte von ihnen doch schon was für den abschluss bekommen, ließen sie nicht gelten, denn: sie hatten sich ein kleines „feier-ersatz-paket“ überlegt!

promotionsfeierersatzgeschenk

*hach*
also werde ich es mir heute abend mit einer runde fanta und leckerer nougat-schokolade auf dem sofa gemütlich machen. 🙂

ulb-bau-bergfest

letzten dienstag wurde das „torhaus“ und der neue lesesaal eröffnet. sehr schön geworden, der trakt!
nach dem kleinen „band-durchschneide-festakt“ haben wir uns dann noch den stand der bauarbeiten in „unserem“ 2. OG – noch baustelle pur – sowie das bereits bezugsfertige neue 3. OG angesehen. genial, die räume da oben: sehr hell, sehr geräumig, und grandiose ausblicke, sei es in den bischofsgarten ins grüne oder mit dom und überwasser im doppelpack oder über die innenstadt. schade, daß das geschoss einer anderen abteilung gehört … 🙂
aber angesichts des für die kollegen jetzt wohl schlimmer werdenden baulärms – die erweiterung „draußen“ war ja eigentlich nicht so schlimm; die jetzt anstehende sanierung des „alten“ trakts wird um einiges lauter und nerviger, nicht nur wegen des büro-wechsle-Dich-umziehens wegen des austauschs der fenster – sind wir auch sehr froh über unser „bau-exil“ am schloßplatz: manchmal etwas ab vom schuß, aber sehr ruhig und staubfrei. 🙂

ulb-relaunch 2008.

gestern wurde umgeschaltet: in anlehnung an das neue uni-design ist das ulb-weblayout von 2003 jetzt abgelöst worden.

vorher:
ulb-website 2003

nachher:
ulb-website 2008

und so, wie einem bei der arbeit an der 2003er-version die ältere seite ganz schnell ganz komisch vorkam, war es auch jetzt wieder: das ganze blau ging einem irgendwann geradezu auf den keks, je öfter man die graurote neue seite sah … 🙂

die mittlere spalte ist etwas schmaler geworden, und der kopf-bereich ist relativ groß, aber ansonsten gefällt mit das neue uni-layout ganz gut.
aus ulb-sicht müssen jetzt noch einige details nachgearbeitet werden (grafiken umfärben, die seiten der zweigbibliothek umsetzen u.a.m.), aber mit dem gros sind wir durch.
ich bin gespannt, wann der nächste relaunch kommt.
von mir aus kann er sich ruhig wieder ein paar jahre zeit lassen … 🙂

romantik im büro.

manchmal vermisst man, wenn man schnaufend am schloßplatz aus dem unterschoß in der dritten etage angekommen ist, sein altes büro im zweiten geschoß, zu dem man ab erdgeschoss zugang hatte.
aber bei einer wetterlage wie heute bietet sich gegen 8 uhr ein wahrhaft spektakulärer sonnenaufgang (gibt fast schon abzüge in der b-note wegen kitsch), der einen das treppesteigen direkt wieder vergessen läßt.
allerdings haben auch pünktlich alle akkus der im büro deponierten digicam versagt, daher konnte ich das nur mit der handycam versuchen.
die version, die noch halbwegs scharf geworden ist, sieht so aus:

sonnenaufgang 14.1.2008

in echt war es *noch* cooler. 🙂