{"id":5020,"date":"2012-07-12T15:51:32","date_gmt":"2012-07-12T13:51:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.x-v-x.de\/blog\/?p=5020"},"modified":"2012-11-05T12:51:56","modified_gmt":"2012-11-05T11:51:56","slug":"erfolgreich-recherchieren-germanistik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.x-v-x.de\/blog\/?p=5020","title":{"rendered":"&#8222;Erfolgreich recherchieren: Germanistik&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Der Verlag De Gruyter hat mir freundlicherweise ein Dozenten-Exemplar des Germanistik-Bandes der neuen Reihe &#8222;<a href=\"http:\/\/www.degruyter.com\/view\/serial\/179909\">Erfolgreich recherchieren<\/a>&#8220; zur Verf\u00fcgung gestellt.<br \/>\nZeitlich kommt das ganz passend: Ich habe vor kurzem die <a href=\"http:\/\/www.ulb.uni-muenster.de\/fach-im-fokus\/ger\/\" title=\"Fach im Fokus: Germanistik | ULB M\u00fcnster\">ULB-&#8222;Fach im Fokus&#8220;-Seite zur Germanistik<\/a> \u00fcberarbeitet und bin daher grad &#8222;drin im Thema&#8220;.<\/p>\n<p>Ich will hier keine ausf\u00fchrliche Rezension verfassen, da ich nicht genug andere Ratgeber dieser Art kenne, um Vergleiche anstellen und den DeGruyter-Band in die &#8222;Recherche-Ratgeber-Landschaft&#8220; einordnen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nEin paar Gedanken, die mir w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre kamen, seien hier aber festgehalten.<\/p>\n<ul>\n<li>Die <strong>Bezeichnung der drei Abschnitte des Buches<\/strong>, &#8222;Basics, Advanced, Informationen weiterverarbeiten&#8220;, erscheint mir etwas inhomogen. Was &#8222;triadischeres&#8220; f\u00e4llt mir aber auf die Schnelle auch nicht ein.<\/li>\n<li>Ist die <strong>Bezeichnung <i>OPAC<\/i><\/strong> f\u00fcr Bibliothekskataloge wirklich noch aktuell? Die Abgrenzung <i>Zettelkatalog<\/i> \u2013 <i>elektronischer (Online-)Katalog<\/i>, f\u00fcr die <i>OPAC<\/i> genutzt wurde, hat sich ja mittlerweile dahin verschoben, da\u00df nicht mehr die elektronische, sondern die analoge Variante markiert wird (<i>Katalog<\/i> vs. <i>Zettelkatalog<\/i>).<br \/>Vielleicht r\u00fchrt mein Empfinden nur daher, da\u00df wir in der ULB M\u00fcnster schon vor Jahren <i>OPAC<\/i> durch <i>ULB-Katalog<\/i> ersetzt haben; ich finde aber, da\u00df <i>OPAC<\/i> heutzutage ein vermeidbares Akronym ist.<\/li>\n<li>Einige Abbildungen (keine Screenshots) (z.B. auf Seite 3 oder Seite 36) zeigen <strong>JPG-Artefakte<\/strong> oder andere Unsch\u00e4rfen. Sowas darf in einem Buch des Jahrgangs 2012, das zudem in einem renommierten Verlag erscheint, meiner Meinung nach nicht passieren.<\/li>\n<li><strong><i>Drill-down<\/i><\/strong> wird mit &#8218;Bohrung&#8216; \u00fcbersetzt und die Nutzung von Drill-Down-Funktionen als &#8222;&#8220;Bohrung&#8220; nach den relevantesten Treffern&#8220;. Hm. Finde ich nicht ganz \u00fcberzeugend. Wo ist z.B. das Element <i>down<\/i> hin? Ich finde \u00dcbertragungen wie <i>filtern<\/i> oder <i>eingrenzen<\/i> passender.<\/li>\n<li>Mich pers\u00f6nlich freut es nat\u00fcrlich, auf Seite 7 einen <strong>QR-Code<\/strong> zu entdecken. \ud83d\ude42 Allerdings ist seine Gr\u00f6\u00dfe recht knapp bemessen, soda\u00df nicht alle Reader-Apps ihn auslesen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Beim Thema Alert-Dienste werden <strong>RSS-Feeds<\/strong> zwar erw\u00e4hnt, aber nicht n\u00e4her erl\u00e4utert (auch sp\u00e4ter im Buch nicht). Da aber RSS-Feeds leider noch nicht zum Allgemeinwissen von Studierenden und Lehrenden geh\u00f6ren, w\u00e4re eine kurze Erkl\u00e4rung mit Anwendungsbeispielen sinnvoll gewesen.<\/li>\n<li>Den Hinweis auf <strong><a href=\"http:\/\/www.dandelon.com\">Dandelon<\/a><\/strong> hat mir diese nette Suchmaschine wieder in Erinnerung gerufen, und ich habe sie gleich bei den Linktipps auf meinen Fachinformationsseiten erg\u00e4nzt. \ud83d\ude42<\/li>\n<li>Bei den bibliographischen <strong>Datenbanken<\/strong> h\u00e4tte ich nicht die MLA als erstes angef\u00fchrt, sondern sie erst nach BDSL, BLL(DB) und Gemanistik (Online) gesetzt. Aber das ist vermutlich Geschmackssache; solange alle vier auftauchen ist die Reihenfolge wohl nachrangig.<\/li>\n<li>Bei der <strong>BDSL<\/strong> h\u00e4tte man bei der Erl\u00e4uterung der Systematik noch erw\u00e4hnen k\u00f6nnen, da\u00df man einzelne Klassen per RSS-Feed abonnieren kann und dar\u00fcber benachrichtigt wird, wenn es Neuzug\u00e4nge in der jeweiligen Klasse gibt. (By the way: Ich hoffe, da\u00df diese Funktionalit\u00e4t auch in der BLL noch nachger\u00fcstet wird.)<\/li>\n<li>Gut gef\u00e4llt mir im Kapitel &#8222;<strong>Tipps f\u00fcr die Recherche in Datenbanken<\/strong>&#8220; der Hinweis &#8222;Versuchen Sie immer zu verstehen, weshalb Sie zu den angezeigten Treffern gekommen sind&#8220;. Da denken viele n\u00e4mlich nicht dr\u00fcber nach.<\/li>\n<li>Sehr sch\u00f6n auch das Kapitel zur <strong>Suche in Klassifikationen<\/strong>, was ja leider auch ein viel zu unbekanntes Gebiet ist. [Und das sage ich nicht nur, weil ich mich gerade mit Aufstellungssystematiken besch\u00e4ftige. :)]<br \/>Allerdings h\u00e4tte ich einen etwas aussagekr\u00e4ftigeren Screenshot als den kleinen Ausschnitt aus MelvilSearch verwendet.<\/li>\n<li>Wichtig auch der Tipp, <strong>passende Treffer<\/strong> (Gantert nennt sie <i>Goldk\u00f6rnchen<\/i>) zum Ausgangspunkt weiterer Recherchen zu machen. Allerdings k\u00f6nnte es sein, da\u00df dieser im Systematik-Kapitel &#8222;versteckte&#8220; Hinweis nicht die Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, die ihm zust\u00fcnde.<\/li>\n<li>Aus dem gleichen Grund h\u00e4tte ich die sch\u00f6n kompakten abschlie\u00dfenden Hinweise zu den vorgestellten Suchinstrumenten und ihren Besonderheiten in ein gesondertes Kapitel \u00e0 la &#8222;Fazit&#8220; odersowas\u00e4hnliches gesetzt und nicht an das Klassifikationskapitel &#8222;drangeh\u00e4ngt&#8220;.<\/li>\n<li>Zwar wird beim Thema Zeitschriften das <a href=\"http:\/\/www.doaj.org\/\">DOAJ<\/a> erw\u00e4hnt, aber was es mit Open Access auf sich hat, wird weder hier noch auf der im Register angegebenen Seite 65 erl\u00e4utert. Das w\u00e4re aber notwendig, denn wie RSS-Feeds ist auch Open Access nicht jedem Germanisten bzw. Germanistik-Studierenden bekannt. (Und Open Access ist f\u00fcr die Wissenschaft noch wichtiger als RSS-Feeds.)<\/li>\n<li>Erfreulich zu sehen, da\u00df im Kapitel zu elektronischen Nachschlagewerken auch die <strong>Wikipedia<\/strong> erw\u00e4hnt und f\u00fcrs Zitieren der Hinweis auf das Abrufdatum gegeben wird. Ich w\u00fcrde erg\u00e4nzend immer empfehlen, auch die Uhrzeit zu vermerken (Artikel k\u00f6nnen sich ja quasi min\u00fctlich \u00e4ndern) und als Adresse den Permanenten Link (unter &#8222;Werkzeuge&#8220; in der Navigation links) zu nutzen.<\/li>\n<li>Bei den W\u00f6rterb\u00fcchern wird das <strong>Wiktionary<\/strong> erw\u00e4hnt. Sehr sch\u00f6n!<\/li>\n<li>Und auch <strong>Linkresolver<\/strong> werden an verschiedenen Stellen im Buch angesprochen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Erl\u00e4uterungen dazu f\u00fcr jemanden, der damit bislang noch nichts zu tun hatte, ausreichen, aber immerhin ist ein Anfang gemacht.<\/li>\n<li>Gibt es bei der <strong>Fernleihe<\/strong> wirklich keine Benachrichtigung, wenn eine &#8222;Nichterf\u00fcllbarkeit des Bestellwunschs&#8220; vorliegt? (Ist mir schon l\u00e4nger nicht mehr passiert, daher wei\u00df ich das nicht.)<\/li>\n<li>Bei &#8222;E-Books-on-Demand&#8220; k\u00f6nnte man dr\u00fcber reden, aber <strong>Dokumentenlieferdienste<\/strong> w\u00fcrde ich nicht als &#8222;neue Form der \u00fcberregionalen Litearturversorgung&#8220; bezeichnen.<\/li>\n<li><strong>Was man noch erg\u00e4nzen k\u00f6nnte<\/strong>: Mailinglisten (auf die Liste H-Germanistik wird zwar am Ende des Kapitels zur ViFa GiN kurz hingewiesen, aber das wars dann auch schon), weitere Web-2.0-Aspekte wie Wikis jenseits der Wikipedia oder Twitter, PaperC.<\/li>\n<li>Beim Thema <strong>Zitieren<\/strong> wird die &#8222;amerikanische Zitierweise&#8220; (wie lange sich diese Bezeichnung wohl noch halten wird?) mit Kurzbelegen \u00e0 la &#8222;M\u00fcller 1995, S. 23&#8220; immerhin erw\u00e4hnt, wenn auch eingeschr\u00e4nkt: &#8222;In Deutschland werden sie vor allem bei der sprachwissenschaftlichen Forschungsliteratur verwendet.&#8220; Direkt danach folgt dann: &#8222;In Deutschland ist die Fu\u00dfnote die klassische Methode, um von einem Zitat im Text auf das verwendete Originaldokument zu verweisen.&#8220; Hm. Man ist versucht, den Literaturwissenschaftlern zuzurufen: &#8222;Traut euch! Die Kurzzitierweise tut nicht weh, und sie ist handlicher als das Fu\u00dfnotengewusel! Und man kann sogar das &#8222;S.&#8220; weglassen und &#8222;M\u00fcller 1995:23&#8243; setzen, dann wirds noch handlicher!&#8220; \ud83d\ude42<\/li>\n<li>Statt ein eigenes <strong>Glossar<\/strong> zu erstellen, wird auf das unter <a href=\"http:\/\/www.informationskompetenz.de\/glossar\/\">www.informationskompetenz.de<\/a> verwiesen. Gute Idee.\n<li>Ein kleines Detail: Ich h\u00e4tte bei den <strong>Verweisen auf andere Kapitel<\/strong> das &#8222;siehe unten&#8220; und &#8222;siehe oben&#8220; weggelassen. Zum einen finde ich es aufgrund der h\u00e4ufigen Verweise etwas &#8222;viel&#8220;, zum anderen k\u00f6nnen dadurch unn\u00f6tige Fehler wie &#8222;s. u. S. 5&#8220; auf Seite 33 entstehen.<\/li>\n<li>Die <strong>Gestaltung<\/strong> des Bandes finde ich ansprechend. Die Marginalien sorgen f\u00fcr \u00dcbersichtlichkeit, h\u00e4tten aber angesichts des gro\u00dfen Seitenrandes au\u00dfen durchaus noch gr\u00f6\u00dfer ausfallen k\u00f6nnen; einige Logos h\u00e4tten dann etwas gr\u00f6\u00dfer und damit besser erkenbar dargestellt werden k\u00f6nnen. (Vielleicht ist der gro\u00dfe Seitenrand als &#8222;Raum f\u00fcr Notizen&#8220; gedacht, aber ich glaube nicht, da\u00df in B\u00fcchern dieser Art viel notiert wird.)<\/li>\n<p>Alles in allem gef\u00e4llt mir der Band gut und ich hoffe, da\u00df er vielen Germanistik-Studierenden eine Hilfe sein wird.<br \/>\nUnd da\u00df er regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberarbeitet und aktualisiert wird! \ud83d\ude42<br \/>\n<br \/>\nZu guter Letzt sei hier noch ein Auszug aus dem gleichnamigen letzten Kapitel des Buches wiedergegeben, das das Motto, das dem Vorwort vorangestellt ist, wieder aufgreift und an die Entdeckerfreude der Leser appelliert:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;<em>Findet, so werdet ihr suchen<\/em>&#8222;. Mit diesem Zitat, das Achim von Arnim den Br\u00fcdern Grimm 1808 ins Stammbuch schrieb, beginnt dieses Buch. Sehr pointiert dr\u00fcckt diese Umkehrung der bekannten Stelle des Matth\u00e4us-Evangliums (7,7) aus, was erfolgreiches Recherchieren im wissenschaftlichen Kontext sein kann. Erfolgreiches Recherchieren kann den Weg \u00f6ffnen zu neuen Fraegn und Erkenntnissen, zu neuen Querverbindungen und Perspektiven. Und gute Rechercheergebnisse wecken das Interesse an neuen Recherchen, neuen Suchstrategien und unbekannten Informationsressourcen.<\/p>\n<p>[Gantert, Klaus (2012): <em>Erfolgreich recherchieren: Germanistik<\/em>. Berlin\/Boston: de Gruyter. (= Erfolgreich Recherchieren.) S. [108].]\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Dem ist nichts hinzuzuf\u00fcgen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Verlag De Gruyter hat mir freundlicherweise ein Dozenten-Exemplar des Germanistik-Bandes der neuen Reihe &#8222;Erfolgreich recherchieren&#8220; zur Verf\u00fcgung gestellt. 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