Open-Access-Barcamp 2021

Für unser ULB-internes Blog habe ich einen kurzen Bericht zum diesjährigen OA-Barcamp geschrieben. Ich „reblogge“ ihn hier mal für den Fall, dass er auch für andere Kolleg:innen interessant ist. 🙂


Logo des OA-Barcamps 2021Am 22. & 23.4. fand ein Barcamp zum Thema Open Access statt, organisiert vom Team des Projekts open-access.network.

Bei einem Barcamp, auch „Unkonferenz“ genannt, wird das Tagungsprogramm „tagesaktuell“ auf der Basis von Vorschlägen und Abstimmungen der Teilnehmer:innen erstellt und ggf. im Laufe der Veranstaltung noch geändert oder ergänzt. Ein Prinzip, das auch bei diesem Barcamp mit rund 100 Teilnehmer:innen gut funktioniert hat, um einen etwas informelleren Austausch zu ermöglichen.

In fünf Sessions gab es zu diesen Themen kurze Inputs und dann meist muntere Diskussionen (* = habe ich dran teilgenommen):

  • Session 1
    • Feedback/Austausch Weiterentwicklung der Open-Access-Plattform – Anforderungen aus der Community *
    • Über den Tellerrand: Forschungsdaten und deren Publikation
    • Austausch: Anforderungen an Publikationssoftware
  • Session 2
    • Offener Austausch: Open-Access-Advocacy – Bewerbung von OA-Angeboten
      an der eigenen Einrichtung
    • Diskussion: Open Access-Services vs. Subskriptionsangebote – auf welchem Auge sind wir blind? & Austausch: DEAL und Open-Access-Transformation an der Einrichtung kommunizieren *
  • Session 3
    • Publikationsdaten-Management institutionelles Repositorium? Excel? Access?
    • Rechtsfragen in der OA-Beratung *
  • Session 4
    • OA Gender Publication Gap
    • Austausch Praktikerinnen zu Zweitveröffentlichungsservices *
    • Austausch zu scholar-led Publishing im Bereich Bücher
  • Session 5
    • Creative- Commons- Lizenzen bei Open-Access- Büchern – Wie geeignet sind sie? *
    • Von der OAPolicy zur Open Science Policy
    • Diamanten schürfen – Unterstützungsmöglichkeiten für Diamond OA

Interessant waren auch die beiden Tools, die zum Einsatz kamen.

Der Austausch an sich wurde nicht nicht über Zoom o.ä. organisiert, sondern über Gather.town. Damit wurden virtueller Konferenzräume angelegt (Plenum, Veranstaltungsräume, Sitzgruppen & Stehtische für Gespräche in kleineren Runden, Tische auf der „Terrasse“ – und auch eine Teeküche wurde gedacht!), in denen man sich mit einem Avatar frei bewegen konnte. Ähnlich wie bei wonder.me (kennen einige vielleicht noch unter dem anfänglichen Namen „Yotribe“) kann man sich nur mit den Leuten unterhalten und sie per Webcam sehen, in deren Nähe man sich befindet. Der „Nähe-Grad“ wird von den Organisatoren je nach Zone, in der man sich aufhält, festgelegt. So können im Plenum alle zu allen sprechen, in den Veranstaltungsräumen sind die Teilnehmer der jeweiligen Veranstaltung unter sich, ebenso wie diejenigen, die sich um eine Sitzgruppe versammeln usw.
So sind auch „Warmup-Spielchen“ möglich (z.B. „wer zu diesem Thema schon viel Erfahrung hat, läuft jetzt mal zur Türseite des Veranstaltungsraumes, wer eher Anfänger ist, läuft zur Fensterseite“) oder „Socializing“-Programmpunkte à la Speeddating („unterhalten Sie sich mit Ihrem Gegenüber am Tisch, und alle fünf Minuten rutschen die, die auf der rechten Seite der Tische sitzen, einen Platz tiefer“).
Per Chat kann außerdem z.B. man in die Runde fragen, ob sich jemand spontan zu einem bestimmten Thema austauschen will („wir treffen uns bei den blauen Sesseln“), oder man kann auch gezielt Teilnehmer:innen „anfunken“ und sich zu einem Zweiergespräch auf der Terrasse verabreden.

Open-Access-Barcamp 2021: Screenshot eines Gather.town-Avatars

mein Avatar 🙂

Das Prinzip funktioniert erstaunlich gut und ist definitiv angenehmer als stundenlanges In-Zoom-Kacheln starren.
Ein Kollege sagte bei der Abschlussversammlung nach den zwei Veranstaltungstagen (jeweils 9–14:30 Uhr): „Heute gehe ich nicht mit Zoom-Fatigue-Kopfschmerzen nach Hause, sondern mit einem Lächeln im Gesicht.“ So ging es mir auch!

Open-Access-Barcamp 2021: Screenshot der Gather.town-Räumlichkeiten

Überblick über den „Veranstaltungsort“ des Barcamps

Die Session-Planung und die (Echtzeit-)Dokumentation erfolgte über das Whiteboard-Tool Miro.com.
Dort wurden Vorschläge und Wünsche für Sessions gesammelt, bewertet und sortiert, dort war dann der „Tagungs-Stundenplan“ zu finden, und für jede Session gab es einen Bereich zum Mitschreiben und ggf. für die Ablage von Input-Dokumenten wie z.B. zwei Fallbeispielen für die rechtliche OA-Beratung.
Alle Bereiche waren allen Teilnehmer:innen zugänglich, sodass man auch jederzeit nachsehen konnte, was in anderen Sessions festgehalten wurde.
Und per Download des gesamtem Boards als Grafik oder PDF-Datei konnte man sozusagen alle Flipchart-Bögen gesammelt mit nach Hause nehmen.

Ausschnitt aus der Mitschrift zur Diskussion über die neue open-access.net-Website

Ausschnitt aus der Mitschrift zur Diskussion über die neue open-access.net-Website

Open-Access-Barcamp 2021: Übersicht über das gesamte Miro-Bord

Vogelperspektive auf das gesamte Miro-Bord

Unter #OAbarcamp21 wurde ein wenig gewittert.
Wenn noch anderswo Berichte zur Veranstaltung erscheinen, verlinke ich sie hier.

Ein Gedanke zu „Open-Access-Barcamp 2021

  1. Pingback: Open Access goes Barcamp, Part 1: A new networking opportunity for the Open Access community | ZBW MediaTalk

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