oldenburg 2023

der wechsel meines früheren münsteraner kollegens björn gebert hat mich dazu gebracht, zwei freie tage dazu zu nutzen, mal nach oldenburg zu fahren.
nettes städtchen, interessante uni-bibliothek – könnte sein, dass ich da nochmal hinfahre. 🙂

für die akten hier die notizen zur diesjährigen tour, ergänzt um den „bibliotheksbesichtigungsbericht“, den ich für unseren internen ULB-blog zusammengestellt habe.


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    • durch leer sind wir aufgrund des strömenden regens durchgefahren, stattdessen haben wir uns die „maritime erlebniswelt“ in papenburg angesehen
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„Bibliotheken anderswo“: BIS Oldenburg

Der Kollege Björn Gebert ist ja zu Juni an die Uni-Bibliothek in Oldenburg gewechselt.
Dort habe ich ihn letzte Woche im Rahmen eines Ausflugs in die – übrigens sehr nette – niedersächische Stadt mal besucht.
Da einem bei Bibliotheksbesichtigungen ja viel auffällt, was anders ist als „zu Hause“, hier ein paar Eindrücke aus dem „Bibliotheks- und Informationssystem“ BIS, wie die Bibliothek der Carl von Ossietzky Universität heißt.

Aus der Innenstadt benötigt man zu Fuß rund eine halbe Stunde bis zum ersten Campus der Uni. Die Bibliothek residiert hier direkt neben der Mensa und der Sporthalle; auf dem zweiten Campus gibt es noch einen weiteren kleinen Standort. Ein Außenmagazin gibt es nicht: Die rund 1,4 Millionen Medien sind auf die beiden Standorte aufgeteilt.

Für ein Ensemble aus den 1970er Jahren macht der Campus Haarentor einen angenehm „grünen“ Eindruck; die Betonbauen sind zudem dank der Verwendung von rotem Klinker nicht komplett grau.

Die Eingangshalle des Bibliotheksgebäudes ist überraschend hell und luftig.

Der Rest des Gebäudes ist deutlich unübersichtlicher als unseres. 🙂 Der Durchblick durch alle Etagen ist nicht unbedingt geeignet für Leute mit Höhenangst. Das große Glasdach sorgt für viel Licht, aber wohl ohne die Innentemperatur allzusehr aufzuheizen.

Es wird zurzeit überlegt, zukünftig auf die über Etagen-Grenzen hinweg fortlaufende Durchnummerierung der Lesesäle zu verzichten, da sie zur Orientierung nur noch bedingt hilfreich und in den Standortangaben im heutigen Discovery-System auch nicht auch nicht mehr enthalten ist.
Zur Aufstellung wird eine Systematik verwendet, die auf der der SUB Bremen basiert.

Im Erdgeschoss gibt es eine allgemeine Info-Theke, und auf den anderen Etagen gibt es sogenannte Fachinformations-Theken für die jeweiligen Bestände der Bereiche. Seit der Pandemie war eine davon nicht mehr in Betrieb; sie soll zum Wintersemester wieder „reaktiviert“ werden.
Ein Fun Fact zur Info-Theke: Die von der Decke hängenden Plexiglasscheiben sollen in nächster Zeit (nach der derzeitigen Phase der wieder steigenden Infektionszahlen) abgenommen werden – weil die Stahlseile offenbar einen Faradayschen Käfig aufbauen und damit die Technik der IT-Beratung stören, die im gleichen Bereich „sitzt“.

Die Cafeteria in der ersten Etage war von Anfang an für das Gebäude mit eingeplant. Sie sorgt für eine angenehme Belebung, aber damit auch – zusammen mit der offenen Gebäudestruktur – dafür, dass man für „ganz stilles“ Arbeiten entweder einen Gehörschutz mitbringen oder sich eine Arbeitskabine („Studienzellen“ oder „Carrels“) mieten muss, von denen es auf jeder Etage mehrere gibt.
Wer sich im offenen Arbeitsbereich häuslich einrichten möchte, kann für einen Monat einen Bücherwagen mieten.

In einigen Gruppenräumen gibt es z.B. verschiebbare Lärmschluck-Elemente, die an Schienen befestigt sind, es gibt Tischlampen, die offenbar schon häufig gedreht oder gekippt wurden, und in einem ganz frisch eingerichteten Schulungsraum gibt es ein großes Smartboard; Laptops für diesen Raum folgen noch.

In der Mediathek (DVDs & Co.) stehen auch die Arbeitsplätze für’s „Lesen unter Aufsicht“ von Magazinbeständen, und es gibt Einzelräume für die Nutzung von Mikro- oder Audio-Materialien und Tests. Da an den Bereich direkt das neue „Learning Lab“ mit einem stehenden und einem „Tisch-Display“ anschließt und damit Konflikte zwischen dem Wunsch nach stillem Arbeiten und munteren Gruppenarbeiten entstehen können, denkt Björn zurzeit darüber nach, wie man die Zonen baulich trennen könnte.
Zum Learning Lab zitiere ich mal von der Website: „Es bietet Lehrenden und Studierenden eine Umgebung, um gemeinsam oder getrennt voneinander digitale Lehr- und Lernszenarien auszuprobieren. Lehrende haben die Möglichkeit mit der Technik zu experimentieren; Studierende können allein oder kollaborativ die digitale Technik ausprobieren und sie für ihr Studium einsetzen.“

 

Auch spannend ist der „MusikSpace„, in dem es nicht nur zahlreiche Noten gibt, sondern auch Arbeitsplätze mit spezieller Hardware, ausleihbare Kopfhörer – und eine „Musik-Mach-Zelle“, die aufgrund der schalldichten Isolierung eine spezielle Form des Feueralarms benötigt …

Die Uni Oldenburg wurde 1973 gegründet und ist damit nur wenig älter als ich. 🙂
Dennoch gibt es im klimatisierten Sondermagazin einige historische Bestände.
Sehr bunt geht es derweil in der Kompaktlage für die Sammlung zur Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse „KIBUM“ zu.

Die Beschilderung an den Wänden hat teilweise noch einen sympathischen 70er-/80er-Jahre-Charme – und, sozusagen dazu passend, wird die Verwaltung der Urlaubstage wird noch „auf Papier“ gemacht. 🤨

Verlässt man die Bibliothek, fällt der Blick auf Fahrradständer – sicherlich ein Faktor, der Oldenburg für Münsteraner:innen sympathisch macht. Und vom Verbotsschild auf dem Weg zurück in die Innenstadt sollte man sich nicht irritieren lassen: Auf der anderen Seite des Flusses gibt es parallel zum Fußweg eine schöne Straße zum Radeln. 🙂

Mehr Einblicke ins BIS bietet z.B. der Virtuelle Rundgang.

Update 13.9.2023: Ich habe die Informationen zur Nummerierung der Lesesäle, zur Systematik, zur Mediathek, zu den Fachinformationstheken und zu den Plexiglasscheiben an der Infotheke nach Tipps von Björn korrigiert bzw. ergänzt.

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