Kategorie-Archiv: linguistics

leber im dunkeln.

ich hab mittlerweile weiteres zu der sache mit „leber = sitz mentaler handlungen bzw. des verstandes“ gefunden*.
darunter auch diese schöne konstruktion:

kegelapan hati
wörtl. „dunkelheit leber“
‚unwissenheit‘

über die folgen übermäßigen alkoholkonsums war allerdings nichts zu finden. 🙂

*in: siahaan, poppy (2008): metaphorische konzepte im deutschen und indonesischen. herz, leber, kopf, auge und hand. frankfurt a.m. [u.a.]: lang. (= europäische hochschulschriften. reihe XXI linguistik. 315.) [zugl.: bremen, univ., diss., 2007.] bsp. auf s. 60.

was bedeuten dann wohl halsschmerzen?

im mparntwe arrernte kann man das verb itelare- mit der bedeutung ‚to know, to remember‘ zurückführen auf ite ‚throat‘ und are ’see‘, und auch im verb für ‚think‘, itirre-, steckt der hals: ite ‚throat‘ + irre- ‚inchoative‘.
denn:

[…] the throat is commonly considered to be the seat of various cognitive acts in a number of areas of australia, and among MpA [mparntwe arrernte, v.v.] speakers it is perceived as being the seat of desire and wanting.

das ohr als „kognitives körperteil“ war mir schon in einigen anderen australischen sprachen begegnet, aber das mit dem hals ist neu. 🙂

aus: valin, robert d. van / wilkins, david p. (1993): „predicting syntactic structure from semantic representations: remember in english and its equivalents in mparntwe arrernte“. in: valin, robert d. van (hrsg.): advances in role and reference grammar. amsterdam/philadelphia: benjamins. (= amsterdam studies in the theory and history of linguistic sciences. ser. IV: current issues in linguistic theory. 82.) 499-534. hier: 523f.

„the causative ERINNERN-eventity“

erinnern im UER-modell

*puh*
dabei sieht das wörtchen erinnern doch eigentlich ganz harmlos aus … 🙂

das ist eine graphische repräsentation gemäßg dem UER-modell (vgl. z.b. auch hier).
sieht nicht ganz uninteressant aus, UER, aber ich hoffe, daß ich mich damit dissmäßig nicht beschäftigen muss …

abbildung aus: schalley, andrea c. / kuhn, sandra (2007): „a corpus-based analysis of german (sich) erinnern“. In: amberber, mengistu (hrsg.): the language of memory in a crosslinguistic perspective. amsterdam/philadelphia: benjamins. (= human cognitive processing (HCP). 21.) s. 181-207. hier: s. 195.

sprachwissenschaft in der geschäftswelt.

was man beim ausmisten nicht alles zu wiederfindet.

Sehr geehrte(r) [Name],
ein Experte auf dem Gebiet der Sprachforschung hat die ausdrucksvollsten Worte der deutschen Sprache untersucht. Das traurigste Wort ist seiner Meinung nach das Wort „vergessen“. Und genau dieses Wort macht uns auch Kummer, da Sie vergessen haben, unsere nachfolgend aufgeführte Rechnung zu bezahlen.
Wir bitten Sie deshalb um Ausgleich der fälligen Beträge bis [Datum].“

🙂

wasser auf ihre mühlen.

es sei daran erinnert, daß im semitischen „denken“ und „männlich“ durch dieselben radikale (zkr) repräsentiert werden: hebr. zākhār „(ge)denken“ […] und hebr. zākhār, ak. zikāru „männlich“ […].

muß zufall sein. 8)

aus: kronasser, heinz [1952]: handbuch der semasiologie. kurze einführung in die geschichte, problematik und terminologie der bedeutungslehre. 2., unveränd. aufl. heidelberg: winter 1968. s. 102, fußn. 86.